
Gemeinsam für die EULE: Christina Riethues und Johannes Rott von der Gemeindecaritas, EULE-Koordinatorin Stefanie Ahlers sowie Schülerlehrerinnen und Schülerlehrer und Unterstützerinnen und Unterstützer des Projekts beim 25-jährigen Jubiläum.
Seit einem Vierteljahrhundert bringt die Seniorenschule EULE am Fürstenberg-Gymnasium junge und ältere Menschen zusammen. Gemeinsam getragen vom Fürstenberg-Gymnasium und dem Caritasverband Tecklenburger Land ist über die vergangenen 25 Jahre ein besonderer Lern- und Begegnungsort gewachsen. Mit zahlreichen Gästen, Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern sowie ehemaligen und heutigen Schülerlehrerinnen und Schülerlehrern wurde nun das Jubiläum gefeiert.
„Erleben, Unterrichten, Lernen, Experimentieren“: Dafür stehen die vier Buchstaben der EULE. Seit der Gründung im Jahr 2001 übernehmen Schülerinnen und Schüler die Rolle der Lehrenden, während Seniorinnen und Senioren noch einmal die Schulbank drücken. Gemeinsam beschäftigen sie sich unter anderem mit Sprachen oder mit dem Umgang mit Smartphone und digitalen Medien. Dabei geht es jedoch um weit mehr als die Vermittlung von Wissen: Die EULE schafft Begegnungen zwischen Generationen, die im Alltag nicht selbstverständlich sind.
Getragen wird das Projekt seit seinen Anfängen vom Fürstenberg-Gymnasium und dem Caritasverband Tecklenburger Land. Die enge Zusammenarbeit zeigt sich dabei nicht nur in der Organisation im Hintergrund, sondern Woche für Woche ganz konkret vor Ort. Jeden Freitag begleiten EULE-Koordinatorin Stefanie Ahlers vom Fürstenberg-Gymnasium, Christina Riethues, Johannes Rott von der Gemeindecaritas des Caritasverbandes oder engagierte aus dem ehrenamtlichen Leitungsteam die EULE und unterstützen bei allem, was rund um den Unterricht und das gemeinsame Miteinander anfällt.
Durch die Jubiläumsfeier führten Christina Riethues und Stefanie Ahlers. Schulleiter Christoph Heeke würdigte „25 Jahre gelebtes Lernen“ und bezeichnete die EULE als einen „Ort, an dem sich Generationen mit Respekt und Offenheit begegnen“. Niels Hakenes, Leiter der Abteilung Bildungs-und Schulentwicklung vom Bistum Münster, brachte einen weiteren wichtigen Aspekt auf den Punkt: „Ich werde gesehen, ich werde gebraucht, mir wird etwas zugetraut.“
Ein Gemeinschaftsprojekt mit vielen Wegbegleitern
Johannes Rott von der Gemeindecaritas, der das Projekt bereits seit nahezu seinen Anfängen begleitet, führte gemeinsam mit Stefanie Ahlers durch die Podiumsdiskussion. Dort kamen Menschen zu Wort, die die EULE in unterschiedlichen Phasen ihrer 25-jährigen Geschichte geprägt und erlebt haben.
Der pensionierte Schulleiter Werner Lehmann fasste seine Begeisterung in einem Satz zusammen: „Das ist so gut, das ist zum Erfolg verdammt. “Seniorenschüler Ludger Tegeder richtete seinen Dank insbesondere an die jungen Lehrenden: „Für uns alle hat Bildung Priorität.“
Unter den geladenen Gästen waren zudem Vertreter des Bistums Münster, das als Träger des Fürstenberg-Gymnasiums das Projekt seit vielen Jahren unterstützt, sowie des Diözesancaritasverbandes Münster. Auch Reckes stellvertretender Bürgermeister Jürgen Dresselhaus nahm an der Jubiläumsfeier teil und gratulierte der EULE zu ihrem langjährigen erfolgreichen Engagement.
Lernen funktioniert in beide Richtungen
Dass bei der EULE keineswegs nur die Seniorinnen und Senioren etwas lernen, machten die Schülerlehrerinnen und Schülerlehrer deutlich. Sie berichteten von der Freude am Kontakt mit einer anderen Generation und von Begegnungen, die sich in ihrem sonstigen Alltag nur selten ergeben.
Gleichzeitig profitieren die Jugendlichen selbst von ihrer Rolle als Lehrende. Sie lernen auf ganz praktische Weise, vor einer Gruppe zu sprechen, Inhalte verständlich aufzubereiten und Wissen zu vermitteln. Damit werden aus Schülerinnen und Schülern Lehrende, die Verantwortung übernehmen und dabei selbst neue Erfahrungen sammeln. Der Jubiläumsnachmittag eröffnete den Jugendlichen außerdem einen ungewohnten Blick hinter die Kulissen. Vielen wurde erst bei der Feier bewusst, wie viele Menschen sich neben dem eigentlichen Unterricht für die EULE engagieren und dafür sorgen, dass das Angebot Woche für Woche stattfinden kann. Schülerlehrer Leo brachte diese Überraschung mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Wie viele Leute damit zu tun haben ... ich dachte, das wäre nur der Kaffeedienst und Frau Ahlers.“
„Zusammen geht was“ seit 25 Jahren
Wie passend das aktuelle Jahresthema der Caritas für die EULE ist, wurde während der Jubiläumsfeier immer wieder deutlich: „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“ Was als Jahresthema formuliert ist, wird bei der EULE bereits seit einem Vierteljahrhundert gelebt. Junge Menschen geben ihr Wissen weiter, Seniorinnen und Senioren bringen ihre Erfahrungen ein, und beide Seiten entdecken, was sie voneinander lernen können.
Auch Manuel Künnemann, Vorstand des Caritasverbandes Tecklenburger Land, hob diesen Gedanken hervor. Genau darum gehe es bei der EULE: Generationen zusammenzubringen, damit sie sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können. Die langjährige Zusammenarbeit zwischen Schule und Caritas schafft dafür den Rahmen und sorgt dafür, dass aus der Idee Woche für Woche gelebte Begegnung wird.
Ein besonderes und dauerhaftes Jubiläumsgeschenk hatte Seniorenschüler Werner Hövelmeyer mitgebracht: eine Eule aus Ibbenbürener Sandstein. Sie soll künftig im Eingangsbereich der Schule ihren Platz finden und dort an eine Idee erinnern, die seit einem Vierteljahrhundert trägt.
25 Jahre EULE sind damit nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch Anlass, all jenen zu danken, die das Projekt über viele Jahre begleitet, unterstützt und mit Leben gefüllt haben: den Schülerinnen und Schülern und den Seniorinnen und Senioren ebenso wie den Verantwortlichen und Mitarbeitenden des Fürstenberg-Gymnasiums und des Caritasverbandes Tecklenburger Land sowie den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern im Hintergrund.








